Was hat es mit der Geschlechterquote auf sich?

Bei den Betriebsratswahlen muss darauf geachtet werden, dass auch das in der Minderheit im Betrieb vertretene Geschlecht im Gremium vertreten ist. Auch wenn bei den Wahlen ein Geschlecht bedeutend weniger Stimmen als das andere Geschlecht bekommen hat. Das Betriebsratsgremium muss jedoch mindestens aus drei ordentlichen Mitgliedern bestehen.

Laut Wahlordnung (§5 WO) wird die Bestimmung der Mindestmandate vorgenommen. Dies ist eine wichtige Aufgabe des Wahlvorstands. Mit Hilfe des d`Hondt`schen Höchstzahlenverfahren erfolgt die genaue Berechnung der Mandate.

Im Wahlausschreiben hat der Wahlvorstand den Anteil der Geschlechter im Betriebsrat bekannt zu geben. Außerdem muss er darauf hinweisen, dass das Minderheitengeschlecht  entsprechend seinem zahlenmäßigen Verhältnis im Gremium vertreten sein muss.

Praxisbeispiel: Einem Betrieb gehören 88 ArbeitnehmerInnen an, davon sind 24 Frauen und 64 Männer. Der Betriebsrat besteht dementsprechend aus fünf ordentlichen Mitgliedern.
Die Anzahl der Männer und die der Frauen werden nebeneinander geschrieben und jeweils durch 1,2,3,4, etc. dividiert. Auf die entfallenden fünf Mandate werden die so ermittelten Ergebnisse nach dem Prinzip der höchsten Zahl verteilt:

Männer:Frauen:
64:1 = 64 (Platz 1)24:1 = 24 (Platz 3)
64:2 = 32 (Platz 2)24:2 = 12
64:3 = 21,3 (Platz 4)24:3 = 8
64:4 = 16 (Platz 5)24:4 = 6
64:5 = 12,824:5 = 4,8
64:6 = 10,6724:6 = 4
........

 

Ein Sitz entfällt somit auf eine Frau.
Sind beide Geschlechter in gleicher Zahl im Betrieb vertreten oder kandidiert eines der Geschlechter nicht,  entfällt diese Auszählung.
Wenn ein Betriebsratsmitglied ausscheidet oder zeitweise verhindert ist,  muss die Geschlechterquote eingehalten werden. Ausnahme ist lediglich, wenn kein Ersatzmitglied des Minderheitengeschlechts vorhanden ist.
Besteht die JAV aus drei oder mehr Mitgliedern, gilt für sie Geschlechterquotenregelung analog (§ 62 Abs. 3 BetrVG).